Kopfmenue

Schriftwechsel mit der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen - BVV Spandau

Es sollte doch eine Partei die den Begriff „Grün“ in ihrem Namen führt, ein Anliegen sein, Naturschutz auch praktisch umzusetzen.
Dem scheint leider nicht so, stattdessen beruft sich die Fraktion auf eine Position, die sie nicht weiter definieren.
Gesprächsbereitschaft – NULL!
 

E-Mail an die Fraktionsvorsitzende BVV Spandau, Gollaleh Ahmadi vom 4.12.2019

Betreff: BVV- Antrag Nr. 1512/XX
 
Sehr geehrte Frau Ahmadi,
 
wie ich Ihrem Antrag (Nr. 1512/XX) entnehmen kann, ist Ihnen der Erhalt der Uferbereiche am Groß Glienicker See wichtig.
Am 27.11.19 ist Ihnen und Ihren Fraktionsmitgliedern unsere Petition zugegangen, die genau diese Sorge zum Ausdruck bringt. Allerdings wollen wir in unserer Petition aufzeigen, dass die Stege einen wirksamen Uferschutz bieten können und das genau hier gerade auch tun. Nicht umsonst sind am Groß Glienicker See genau die Bereiche vor den privaten Anliegergrundstücken die Bereiche, an denen die Ufervegetation am besten gedeiht. Das sollte schon zu denken geben.
Ein Steg – anders als Sie es in Ihrem Antrag darstellen – verhindert keinen naturnahmen Wasser-Land-Übergang!  Wie auch? Alle Bewegungen parallel zur Uferlinie bergen die große Gefahr, dass die Ufervegetation von der Wasserkante getrennt wird. Und genau diese Gefahr besteht am Groß Glienicker See akut.
Wir haben uns hier wirklich sehr intensiv mit der Situation am See auseinandergesetzt und auch Fachleute zur Beratung hinzugezogen.
Um ein gesundes Ufer zu erreichen und zu erhalten, muss man die Anlieger nicht verdrängen und müssen keine Stege abgebaut werden. Es gibt viele Möglichkeiten, die Nutzung so zu regeln, dass die Anlieger mit in die Verantwortung genommen werden und so gemeinsam mit dem Bezirk die besten Voraussetzungen für ein gesundes Ufer zu schaffen.
Stege abreißen ist einfach nur ein seelenloser Verwaltungsakt, der die politische Neiddiskussion bedient, aber Naturschutz nur auf dem Papier macht, gerade hier am Groß Glienicker See.
Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns in Ihre Fraktion einladen und die Möglichkeiten mit uns diskutieren.
 
Ich freue mich von Ihnen zuhören.
 
Mit freundlichen Grüßen
Anjuschka Wagner
(Vorsitzende)
Bürgerinitiative-Pro-Groß-Glienicker-See e.V.

 
 

__________________________________________________________________________
 
 
E-Mail von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen BVV-Spandau
an unsere Bürgerinitiative vom 8.01.2020
 
Sehr geehrte Frau Wagner,
 
vielen Dank für Ihre Mail vom 04.12.2019 und ein frohes neues Jahr. Wir haben Ihre Anmerkungen zu dem Thema interessiert zur Kenntnis genommen und auch nochmal innerhalb der Fraktion besprochen, sehen aber aktuell keinen Grund unsere Position in dieser Sache zu verändern.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Im Auftrag
 … (Referent)
 
 
__________________________________________________________________________

Unsere E-Mail vom 9.02.2020 an die Fraktion Bündnis 90/Die Grüne BVV Spandau
 
Sehr geehrte Frau …, sehr geehrter Herr…,
 
vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
 
Allerdings stößt Ihre Antwort hier auf völliges Unverständnis.
 
Scheinbar ist Ihnen die Dringlichkeit unseres Anliegens hier am See nicht bewusst. Das Seeufer ist akut und aktuell in Gefahr solange der Wasserstand weiter so fällt! Da muss man doch hinsehen!
 
Insofern ist es für uns absolut unverständlich, dass Ihre Partei bzw. Ihre Fraktion sich weder dieses Themas annehmen will noch auf unsere Petition reagiert hat und uns nun so lapidar abspeist.
 
Ihre Position in dieser Sache, wie Sie es nennen, haben Sie uns noch gar nicht mitgeteilt. Meinen Sie Ihre Position zum rapid gesunkenen Wasserstand? Oder zum bedrohten Seeufer? Oder zum Erhalt der Stege zum Schutze des bedrohten Ufers? Oder meinen Sie die Anlage eines Uferwanderweges, den schon das Bezirksamt aus naturfachlicher Sicht ablehnt? Wie ist denn Ihre Position dazu? Seit 2013 hat es hier am See große Veränderungen gegeben. Wollen Sie das einfach ignorieren?
Was wollen Sie für das Ufer tun? Meinen Sie wirklich, eine Stelle für eine Uferbeauftragte oder einen Uferbeauftragten einzurichten und das Ufer als Landschaftsschutzgebiet auszuweisen sind ein Heilmittel für die ganzen Probleme rund um den See? Einfach wieder Schilder hinstellen und das wars dann?
 
Es gilt sich endlich von alten Denkmustern – Stege sind schädlich, Anlieger sind schlecht – zu lösen! Von unseren Stegen hier am See geht nun mal keine Gefahr für die Natur aus.
Warum sind denn die Uferbereiche vor den privaten Seeanliegergrundstücken die natürlichsten? Warum hat sich das Röhricht vor den privaten Seeanliegergrundstücken in den letzten Jahren so phantastisch entwickelt?
 
Wir hätten gerne all diese Themen sachlich mit Ihnen diskutiert.  Derzeit ist eine Aussetzung der Abrissaufforderungen für die Stege dringlichst geboten! Bei der momentanen Entwicklung ist jeder Schutz des Ufers und seiner Vegetation zwingend erforderlich. Jegliche Eingriffsmaßnahmen sollten in dieser schwierigen Situation für den See und seine Ufer unterlassen werden. Politische Ambitionen sollten daher zum Schutze des Ufers derzeit zurückstehen.
 
Unsere Einladung, hier an den See zu kommen, halten wir aufrecht, ebenso unseren Willen mit Ihnen und Ihrer Fraktion ins Gespräch zu kommen.
 
Mit freundlichen Grüßen
Anjuschka Wagner
(Vorsitzende der BiPGGS e.V.)

Bürgerinitiative-Pro-Groß-Glienicker-See e.V.
__________________________________________________________________________
Unsere E-Mail vom 11.02.2020 an die Vorstandsmitglieder Bündnis 90/Die Grünen  Spandau
 
Sehr geehrter Herr Sperlich, sehr geehrtes Vorstandsmitglied Bündnis 90/ Die Grünen Spandau,
 
unsere Bürgerinitiative hat im November 2019 eine Petition an das Bezirksamt Spandau mit der Forderung gerichtet, zum Schutze des Groß Glienicker Sees (Spandau-Kladow) aktiv zu werden, denn durch den rapide gefallenen Wasserstand hat sich die Situation am See dramatisch verändert und das sensible Ökosystem ist mehr als gefährdet.
Die Petition, die wir diesem Schreiben beifügen, dokumentiert eindringlich den aktuellen Zustand, der sich – so ist anzunehmen – durch die massive touristische Übernutzung künftig noch verschlechtern wird.
 
Bei Lage der Dinge scheint es mehr als unangebracht, dass das Bezirksamt weiterhin den Abriss der vorhandenen Seestege einfordert. Abgesehen davon, dass die für den Abriss nötigen Maßnahmen den momentan dort noch intakten Röhrichtgürtel massiv schädigen würden, sind es aktuell einzig die Stege, die – psychologischen Barrieren gleich – Touristen und Badegäste daran hindern, noch weitere natürlich bewachsene Uferbereiche zu betreten und als Liegeplätze in Beschlag zu nehmen.
Hier liegt ein Kernproblem für den Naturschutz am Groß Glienicker See!
 
Trotz dieses Wissens zeigt sich das Bezirksamt Spandau und leider auch die BVV-Fraktion Ihrer Partei nicht offen für die sehr prekäre Situation. Statt intensiv nach den Ursachen für den massiven Wasserrückgang zu forschen und die natürlich bewachsenen Uferzonen vor dem Betreten Unbefugter zu schützen, wird nach Auskunft des verantwortlichen Bezirksstadtrat, Herrn Otti (AfD), sogar ein Service-Weg entlang des Ufers geplant. Ein Dialog mit den Seenanrainern findet nicht statt.
Dabei ist es so wichtig, die Naturschutzmaßnahmen an die tatsächliche Situation am See anzupassen und in den Fokus zu rücken. Die natürliche Uferzone vor den Anliegergrundstücken muss erhalten bleiben, um das sensible Ökosystem des Sees zu stabilisieren. Die Stege übernehmen dabei – wie beschrieben – eine wichtige Funktion.
 
Nur in dem durch sie geschützten Bereich hat das geschwächte Röhricht im Moment die Chance, sich an den gefallenen Wasserstand anzupassen und sich im Ganzen zu erholen. Die Anrainer haben dem Bezirksamt ihre ehrenamtliche Unterstützung angeboten, die in enger Abstimmung mit den Verantwortlichen erfolgen soll.
 
Obwohl der Potsdamer Teil des Groß Glienicker Sees als Landschaftsschutzgebiet (LSG) bereits erklärt wurde, sind gerade dort die größten Schäden im Uferbereich zu erkennen bzw. hat dort das Ufer keine Chance sich naturnah zu entwickeln!
 
Es gilt, gemeinsam ein tragfähiges Konzept zu entwickeln, das den Groß Glienicker See als Ganzes umfasst und die Interessen von Naturschutz, Öffentlichkeit und Seeanliegern bündelt. Die Vertreter der Bürgerinitiative-Pro-Groß-Glienicker-See e.V. glauben, dass das möglich ist, und wollen sich gerne aktiv in diesen Prozess einbringen. Es könnte ein innovatives Projekt entstehen.
 
Aber um überhaupt ein Konzept für den See und seine Ufer erarbeiten zu können, muss der aktuell fortschreitende Zerstörungsprozess erst einmal gestoppt werden.
 
Von den Fraktionsmitgliedern Ihrer Partei haben wir leider eine Absage mit dem Hinweis erhalten, dass sie aktuell keinen Grund sehen, ihre Position in dieser Sache zu ändern. Für uns völlig unverständlich. Es geht hier um eine temporäre Maßnahme, die die bedrohten Ufer in der derzeitigen Situation schützt. 
 
Wir würden uns freuen, wenn Sie uns die Gelegenheit geben, mit Ihnen gemeinsam ein Gespräch zu führen, um all diese Themen sachlich zu diskutieren, denn die Position Ihrer Partei zu der gerade sehr prekären Ufersituation ist uns leider nicht bekannt.
 
Gerne stellen wir unser Anliegen zu einer Ihrer Sitzungen persönlich vor. Auch unsere Einladung, hier an den See zu kommen und Ihnen die Sachverhalte zu zeigen, halten wir weiterhin aufrecht.
 
Mit freundlichen Grüßen
 
Für den Vorstand
Anjuschka Wagner
(Vorsitzende der BiPGGS e.V.)
Bürgerinitiative-Pro-Groß-Glienicker-See e.V.
 

 

Politik