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DER UFERWANDERWEG – eine realistische Betrachtung!

Durch SPD und GAL, sowie durch einige Medien, wird immer wieder gerne der Eindruck erweckt, dass hier ein über 2 Kilometer langer neuer Uferwanderweg auf der Berliner Seite des Sees angelegt werden soll.

Das ist jedoch überhaupt nicht möglich.

Betrachten wir doch einmal die Uferpromenade vom Ritterfelddamm aus kommend, etwas genauer.

Zunächst fällt unser Blick auf die öffentliche Badestelle „Pferdekoppel“, an der gerne und ausgiebig gebadet wird. Dort hat sich auch ein Bereich für FKK-Anhänger etabliert. Eine Streckenführung des Uferweges 15 Meter vom Wasser entfernt ist undenkbar. Sollen hier die Badenden durch den Uferweg vom Wasser getrennt werden? Soll der Weg durch die Nackten und Halbnackten führen? Wohl kaum.

Die Forderung des BVV-Beschlusses, die intensive Nutzung des Uferbereiches einzustellen, ist mit öffentlichen Badestellen nicht zu vereinbaren. Wird die öffentliche Badestelle für den Uferweg geschlossen?

Oder wird der Uferweg dann doch besser außen an der Badestelle vorbei geführt werden?

Hinzu kommt, dass dieses Areal der Pferdekoppel gar wohl nicht Berlin, sondern Potsdam gehört. Hier dürfte also ein Ankauf des Geländes durch den Bezirk Spandau erforderlich werden, wenn ein Uferwanderweg geplant werden soll.

Die Badestelle Pferdekoppel grenzt an einen geschützten Bereich, in dem Regenwasser in den See geleitet wird. In diesem Bereich ist bereits ein Biotop entstanden. Also auch hier wäre doch wohl Abstand zu wahren und der Uferweg könnte nicht unmittelbar am Wasser entlang führen.

Im Anschluss beginnt auf einer Länge von ca. 400 Metern der besiedelte Bereich. Hier stehen kleine Wohn- und Wochenendhäuser. Teilweise sind die Grundstücke auch nur 2 Meter breit und dienen lediglich als Seezugang. Hier würden diverse, teilweise seit Jahrzehnten bestehende  Häuser der Abrissbirne zum Opfer fallen, um einem Wanderweg zu weichen, der in diesem Bereich ca. 15 Meter neben der jetzt schon bestehenden Uferpromenade verlaufen würde.

Hier müssten die Eigentümer  für den Verlust ihrer Baulichkeiten, andererseits auch für die Grundstücke umfangreich entschädigt werden, da eine Nutzung der verbleibenden Grundstücksteile kaum noch möglich sein wird.

Daran schließt sich dann die sogenannte Halbinsel an. Vielen wird diese vielleicht noch als Strandbad Groß-Glienicke bekannt sein. Die Halbinsel wurde 2008 an einen privaten Investor verkauft, der Bezirk Spandau hatte kein Interesse. Der daraufhin erstellte neue Bebauungsplan sieht allerdings keinen Wanderweg vor, daher würde die Streckenführung weiter entlang der Uferpromenade verlaufen.

Unterhalb der Halbinsel, im südlichen Teil des Sees, auf einer Länge von ca. 300 Metern, grenzt ein weiterer besiedelter Bereich an, in dem sich größere Grundstücke mit kleinen Grundstücken, die lediglich schmale Zuwege zum Wasser bieten, abwechseln. 

Auch in den besiedelten Bereichen zeichnet sich das Ufer durch seinen dichten Schilfgürtel, die intakte Flora und Fauna und Artenvielfalt aus, die hier insbesondere mit Hilfe der Anwohner in den letzten Jahren entstanden ist. Die diversen Ruhezonen bieten den unterschiedlichsten Arten Schutz. Eine Streckenführung des Uferweges auf diesen Etappen würde eine erhebliche Beeinträchtigung der Natur bedeuten.

Nach diesen 300 Metern zweigt ein Fußweg von der Uferpromenade Richtung See ab und führt dann parallel zum Ufer, in unmittelbarer Wassernähe, auf das DLRG-Häuschen und die nächste Badestelle, das Moorloch, zu.

Von diesem Fußweg, so könnte man sich vorstellen, soll der zukünftige Uferwanderweg  fortgesetzt werden. Schade, dass man den See wegen der hochgewachsenen Büsche und Bäume nicht sieht! So würde der Uferwanderweg aussehen, nur eben noch auf einer Seite zukünftig durch die Sichtschutzzäune der Anwohner begrenzt. Ist das traumhaft?

Dieser Weg wird gern genutzt, jedoch nicht als Wanderweg sondern als Toilette für die sich anschließende Badestelle und als Müllabladeplatz.

Die Badestelle Moorloch wurde 2011 um einen neuen öffentlichen Seezugang und eine neue Steganlage erweitert. Das bekannte Problem der schon für die bisherige Badestelle nicht ausreichenden Toiletten wurde zuvor jedoch nicht gelöst.

Auch hier würde der Uferweg die Badegäste von der Badewiese trennen. Oder ginge der Weg doch oben,  entfernt vom Wasser,  wieder an der Uferpromenade entlang?

Sofern nicht auch hier dem Beschluss nachgegeben und auch diese Badestelle geschlossen wird.

Unklar ist außerdem, wie der am Moorloch endende Uferweg mit der Potsdamer Seite verbunden werden soll. Soll der Uferweg über die Terrasse der Gaststätte „Seekrug“ führen? Weiter müsste, nach der Beschlussforderung, auch der dort seit Jahrzehnten betriebene Bootsverleih, eingestellt werden.

Der in der BVV befürwortete zweite Wanderweg wird also – auch bei Enteignung unserer Grundstücke – niemals über größere Strecken direkt am Wasser entlang führen.

Bürgerinitiative-Pro-Groß-Glienicker-See e.V.

Klartext